Manchmal, wenn die Welt still wird und die Dunkelheit sich wie ein schwerer Mantel über mich legt, frage ich mich: Bin ich gut genug? Bin ich die Mutter, die meine Kinder verdienen? Die Frage schleicht sich ein, leise, doch mit einer Last, die mein Herz zusammenschnürt. Die Narben meiner Vergangenheit sind nicht unsichtbar für mich. Sie sind tief, sie ziehen sich durch mein Innerstes wie Schatten, die ich nicht abschütteln kann. Sie flüstern mir zu, dass ich nicht genug bin, dass ich versagt habe, dass meine Liebe nicht ausreicht. Diese Stimmen sind laut und fordernd, und manchmal drohen sie mich zu erdrücken.
Doch da ist auch eine andere Stimme — leise, kaum hörbar, doch stetig. Sie erinnert mich daran, dass Liebe nicht perfekt sein muss. Dass Mut nicht bedeutet, keine Angst zu haben, sondern trotz der Angst weiterzugehen. Dass Nähe bedeutet, auch verletzlich zu sein, und dass gerade das meine Kinder spüren: echte, menschliche Liebe.
Ich reflektiere oft, wie meine Erfahrungen mich geprägt haben — wie sie mich verletzlich machen, aber auch stark. Wie sie mich oft zurückwerfen, mich zweifeln lassen, doch auch dazu treiben, immer wieder aufzustehen, für sie, für mich, für uns. Diese Dualität ist schwer zu tragen, aber sie ist Teil meiner Geschichte, Teil meines Weges. Manchmal ist die Müdigkeit überwältigend, die Angst zu versagen lähmt mich. Dann kämpfe ich mit mir selbst, ringe mit der Furcht, nicht genug zu sein, nicht genug zu geben. Doch dann sehe ich ihre Augen, höre ihr Lachen, spüre ihre kleinen Hände, und in diesen Momenten weiß ich: Es reicht. Meine Liebe reicht.
Es gibt Tage voller Hoffnung und Zuversicht, an denen ich mich getragen fühle von der Gewissheit, dass Heilung möglich ist — für sie und für mich. Andere Tage sind dunkel und schwer, geprägt von Zweifeln und Schmerz. Doch jede Stimmung, jede Emotion ist echt und erlaubt. Ich lerne, mich selbst mitfühlend anzunehmen, meine Fehler zu vergeben und meine Grenzen zu respektieren. Ich bin nicht allein auf diesem Weg.
Es gibt andere, die ähnliche Geschichten tragen, die trotz ihrer Narben lieben und leben. Wir sind verbunden durch diese Verletzlichkeit, durch den gemeinsamen Mut, weiterzugehen
Meine Kinder brauchen keine perfekte Mutter. Sie brauchen eine Mutter, die echt ist, die da ist, die liebt — mit allen Stärken und Schwächen. Und ich will ihnen diese Mutter sein, so gut ich kann, jeden Tag neu.
Bin ich trotz Traumata eine gute Mutter?
