Angst vor dem Verlassenwerden

Da ist diese Stimme in mir, die unaufhörlich flüstert: „Du wirst allein sein.“
Ein kalter Schatten,der sich in mein Herz schleicht, wenn Nähe wächst und ich mich öffne,wenn ich mich traue, zu vertrauen.
Die Angst vor dem Verlassenwerden ist ein ständiger Begleiter, der mich lähmt, der mich warnt, nicht zu viel zu geben, nicht zu hoffen, nicht zu lieben.
Sie zieht Mauern um mein Herz, dicht und hoch, schützt mich vor dem Schmerz, vor dem Gefühl, vergessen zu werden, allein gelassen zu sein in der Leere.
Ich höre ihre Worte, sie klingen wie ein Echo alter Wunden,von Abschieden, die zu früh kamen, von Versprechen, die zerbrachen, von Händen, die losließen, als ich sie am meisten hielt.
Und doch, tief in mir, spüre ich den verzweifelten Wunsch, gehalten zu werden, nicht losgelassen, mitgenommen zu werden, nicht zurückgelassen.
Ich ringe mit dieser Angst,zwischen dem Drang zu lieben und der Furcht, verletzt zu werden.
Sie zerrt an meinem Mut,sie schreit in der Stille, sie hält mich gefangen in Zweifeln. Aber ich beginne zu lernen, dass Angst nicht meine Feindin ist, sondern eine Stimme, die warnt, die schützt, die mich erinnert, vorsichtig zu sein – doch nicht zu leben im Gefängnis der Furcht.
Ich versuche, die Mauern langsam fallen zu lassen, Schicht für Schicht, zugelassenes Risiko, ein Herz, das bricht,aber auch heilt. Vielleicht ist der Mut, zu bleiben,zu vertrauen und zu lieben, größer als die Angst, verlassen zu werden. Vielleicht ist es das, was uns wirklich menschlich macht. Und so atme ich, mit zitternder Brust, gefangen und frei zugleich, bereit, den Weg zu gehen – auch wenn die Angst weiter flüstert.

Hinterlasse einen Kommentar