Ich und die Trauer

Ich: Du bist zu schwer.
Ich kann dich nicht mehr tragen.

Trauer: Dann schlepp mich eben.
So wie immer.

Ich: Du hockst in meiner Brust, wie ein Stein mit Erinnerungen.

Trauer: Ich bin das, was bleibt, wenn alles andere gegangen ist.

Ich: Ich hab dich nicht eingeladen. Nicht diesmal.

Trauer: Du hast mich genährt. Mit jedem Schweigen. Mit jedem „Ich komm schon klar“.

Ich: Ich will dich nicht. Du machst mich langsam.

Trauer: Ich mache dich echt.

Ich: Du raubst mir den Atem.

Trauer: Ich bring dir Tiefe.

Ich: Du bist kein Geschenk.
Du bist ein Nachbeben.

Trauer: Und trotzdem bist du still,wenn ich da bin.
Weil du weißt,
dass alles andere lügt.

Ich: Ich hasse dich. Weil du recht hast.

Trauer: Dann weine endlich. Aber sag nicht, du wärst allein. Ich bin doch da.

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