Keiner wird zurückgelassen

Wir gehen langsam.
Nicht, weil wir nicht rennen könnten,
sondern weil wir wissen,
dass hinter uns noch jemand ist.
Wir drehen uns um,
wenn alle weiterstürmen.
Wir reichen Hände,
wo andere schweigen.
Wir hören zu,
wo andere urteilen.
Wir warten,
wo niemand mehr Geduld hat.
Denn wir waren selbst die Letzten.
Die, über die hinweggesehen wurde.
Die, für die keiner blieb.
Die, die zu viel spürten und es nie sagen durften.
Heute sagen wir: Du kommst mit.
Auch wenn du nicht weißt,
wie.
Auch wenn du nur flüsterst,
dass du noch da bist.
Auch wenn dein Schmerz keinen Namen hat.
Hier zählt niemand Punkte.
Hier fragt keiner nach Beweisen.
Hier wird getragen,
was du nicht mehr halten kannst.
Und wenn die Welt dich zurücklassen will –
wir nicht.
Wir machen Platz.
Wir halten aus.
Wir haben dich gesehen.
Und solange einer noch den Weg kennt,
geht keiner verloren.

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