Zukunft in Klammern

Ich schreibe Zukunft immer noch in Klammern.
(weil sie unsicher ist)
(weil ich nie weiß,
ob ich darin vorkomme)
(weil ich gelernt habe,
dass Pläne oft nur leise sterben)
Ich sage nicht mehr„wenn ich groß bin“
–ich war’s schon,
bevor ich durfte.
Ich sage nicht mehr „später“
–später war immer für andere reserviert.
Manchmal träume ich vom Morgen,
und dann erschrecke ich,
weil ich mich darin nicht erkenne.
Vielleicht bin ich nur die Version,
die übrig blieb,
nachdem man alles andere aus mir herausgenommen hat.
Und doch.
Ich atme weiter.
Ich schreibe weiter.
Ich warte nicht mehr auf ein Zeichen,
aber ich höre,
wenn der Wind eine Richtung flüstert.
Vielleicht ist Hoffnung nur ein anderer Name für Trotz.
Und Trotz eine Form von Zukunft.

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