Holocaust Stolperzeilen von Boris Greff

Das Gedicht ist erschienen im Band „Aus meinen Gedanken verrissen“, erschienen im Athena-Verlag.
Dieses Gedicht lässt mich nicht los.Es ist kein Lesen, eher ein Stolpern, ein Atemholen zwischen den Zeilen. Jedes Wort trägt Gewicht, jedes Schweigen hallt nach.
„Holocaust Stolperzeilen“ spricht von etwas, das nicht zu fassen ist.
Von Schreien, die nie verstummt sind, von einem Vergessen, das sich einschleicht wie Müdigkeit, von Worten, die zu klein sind für das, was bleibt.
Mich berührt, wie das Gedicht seine eigene Sprachlosigkeit zeigt.
Es sucht, tastet, bricht ab, setzt neu an.
Gerade darin liegt Wahrheit.
Erinnerung darf nicht glatt werden.
Die letzten Zeilen brennen sich ein:„Noch ist der Ofen nicht aus.“
Ein Satz, der Gegenwart meint. Er erinnert daran, dass Hass und Kälte nicht vergangen sind, dass jedes Wort, das sich gegen das Vergessen stellt, zählt.
Dieses Gedicht ist keine Klage, sondern eine Warnung, leise und unerbittlich.
Ein Stein, über den man stolpert, damit man nicht weiter schläft.

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