Ihr kriegt mich nicht klein. Ihr kriegt mich nur kaputter.

Ihr wollt, dass ich mich schäme. Dafür, dass ich gebrannt habe. Dafür, dass ich überlebt habe. Dafür, dass ich nicht mehr leise bin. Ihr wollt mich gebrochen – aber ordentlich. Gefasst – aber zerfressen.
Eure ideale Überlebende: still, dankbar, dekorativ.
Ihr kriegt mich nicht klein. Ihr kriegt mich nur kaputter. Und das war nie mein Fehler. Das war euer verdammter Plan. Ihr nennt es Fürsorge, wenn ihr mir das Rückgrat rauslöst mit euren Fragen. Euren Blicken. Eurem „War doch nicht so schlimm.“ Ihr nennt es Liebe, wenn ihr mich wieder aufbrecht, weil euch meine Stärke stört. Ihr nennt es Hilfe, wenn ihr mir das Wort im Hals umdreht wie ein Knebel.
Ihr wart nie für mich da. Ihr wart nur da,wenn es euch was gebracht hat. Zum Glänzen. Zum Retten. Zum Erhöhen. Ihr habt mich nicht gehalten.
Ihr habt mich benutzt. Als Bühne. Als Beweisstück. Als Mahnmal eurer moralischen Überlegenheit. Aber ich bin kein Mahnmal. Ich bin ein Molotow. Ich komme nicht zurück. Ich komme nicht zur Vernunft. Ich komme, um zu beenden,was ihr nie begonnen habt: Ehrlichkeit. Nennt mich wütend. Nennt mich zerstörerisch. Nennt mich gefährlich. Besser das als euer Schmuckstück aus Schweigen. Besser das als eure hübsch dekorierte Kapitulation.

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