Das Gedicht ist erschienen im Band „Der Schrei des Hummers“, erschienen bei 𝗥𝗮𝗹𝗳 𝗙𝗿𝗶𝗲𝗹 in dessen 𝗠𝗼𝗹𝗼𝗸𝗼𝗽𝗿𝗶𝗻𝘁-𝗩𝗲𝗿𝗹𝗮𝗴. Dieses Gedicht trifft nicht mit lauten Worten, sondern mit einer stillen, fast beiläufigen Verzweiflung. Es spricht aus, was viele fühlen, aber kaum zu denken wagen: dass das Leben uns weder sieht noch schuldet, dass Bedeutung eine menschliche Erfindung ist, die sich im Frühling der Natur einfach auflöst.
Die Zeilen sind karg, fast unbarmherzig. Kein Trost, keine Umarmung, nur die Erkenntnis, dass wir alle Randnotizen sind, vergänglich, austauschbar, armselig in unserem Festhalten an Sinn. Und doch liegt darin eine eigentümliche Schönheit, eine Ehrlichkeit, die nichts mehr beweisen will. Ich lese darin nicht nur Resignation, sondern auch Freiheit.
Denn wer nichts mehr muss, wer gefallen muss niemand, kann endlich aufhören, sich zu verbiegen.
Ein Gedicht, das bleibt, gerade weil es nichts verspricht.

