Als ich im Sterben lag von I.J Melodia

Das Gedicht ist erschienen im Band „Polaritäten„, erschienen im Geest-Verlag

Dieses Gedicht spricht leise und kalt, fast ohne Bewegung.
Es schaut dem Tod ins Gesicht, ohne Pathos, ohne Tränen.
Die Stimme darin weiß, dass das Ende längst begonnen hat –
nicht erst im Sterben, sondern im Leben selbst.
Die Bilder brennen sich ein:
Nachrichten in Flammen, ein Kind im Sandkasten,
das mit Knochen spielt, als wären es Schätze.
Zwischen Schuld und Unschuld, Spiel und Vergänglichkeit
zieht sich eine Linie aus rostigem Metall.
Die Wahrheit liegt hier nicht im Trost,
sondern in der Nüchternheit.
„Tod ist Tod, Lüge ist Lüge“ –
ein Satz wie ein Stein.
Das Gras wächst, aber es heilt nichts.
Am Ende bleibt nur Erde,
ein dünner Abstand zwischen den Lebenden und den Toten.
Ein Gedicht wie eine Grabinschrift ohne Namen,
doch mit einer Klarheit, die tiefer geht als Trauer.

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