Meine Reise an die Schwelle des Todes

Ich erinnere mich nicht an das erste Zittern. Nur an das plötzliche Wissen: Etwas reißt auf. In mir. Unsichtbar. Unerbittlich. Kein Schmerz. Kein Schrei. Nur diese Stille, die alles übertönte. Als hätte mein Körper beschlossen, nicht mehr mitzuspielen.
Mein Herz schlug noch. Aber es war leer. Ein mechanisches Pochen ohne Absicht. Ohne Ziel. Ich glitt. Langsam, wie durch zähen Nebel. Jeder Gedanke wurde schwer. Jeder Atemzuge in ferner Ruf aus einer Welt, die mich vergaß. Es war kein Licht.Es war keine Erlösung. Nur Schwärze. Dicht, formlos, endlos.
Ein Raum ohne Wände. Ein Ort ohne Rückweg. Stimmen drangen durch. Verzerrt. Als hätten sie Mühe, mich zu erreichen. Sie riefen meinen Namen,doch der war nur noch ein Schatten. Ein Klang ohne Bedeutung. Ich war längst jenseits davon. Mein Körper wurde fremd. Ein Ding, das lag. Das atmete, weil es musste. Nicht, weil es wollte. Und dann –ein Flackern. Kein Licht, sondern Wut. Roh. Stumm. Eine Weigerung, sang- und klanglos zu verschwinden. Nicht Mut. Nicht Hoffnung. Trotz. Ein „Nein“, das aus der Tiefe kam. Ein Überrest von Wille, vergraben unter zu viel. Ich kam zurück. Nicht erhoben. Nicht geheilt. Sondern taumelnd. Zerfleddert. Als hätte ich das Nichts umarmt und es hätte mich zitternd ausgespuckt. Seitdem weiß ich: Man überlebt nicht einfach. Man kehrt zurück mit Fragen,die niemand hören will. Ich habe keine Antworten. Nur Narben, die flüstern, wenn alles still wird. Und einen Namen, der sich neu anfühlt. Ich war dort. An der Schwelle. Ganz nah. Und ich bin noch hier. Noch immer. Und manchmal frage ich mich: Was, wenn ich nie ganz zurückkam?

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