Monolog der Gefühle (Wir sind die Geschichte, die du selten erzählst)

Ich bin das, was du meistens versteckst.
Das, was du leugnest, weil es zu schwer ist,
weil es zu laut ist, weil es zu viel verlangt.
Ich bin nicht nur Freude.
Ich bin nicht nur Schmerz.
Ich bin das Chaos,das du in dir trägst, wenn niemand hinsieht.
Ich bin die Wut, die in dir auflodert, wenn Worte dich zerreißen, wenn Hände dich zurückhalten, wenn Blicke dich zerbrechen.
Ich bin die Angst, die dich lähmt, wenn du den Raum betrittst, in dem das Schweigen wohnt, und jeder Ton zum Sturm wird.
Ich bin die Trauer, die du verschließt, weil du niemanden belasten willst.
Weil du denkst, dass du stark sein musst, auch wenn du zerbrichst.
Ich bin die Sehnsucht, die dich nachts wachhält, die dich leise schreien lässt, nach Liebe, nach Frieden, nach einem Ort, an dem du einfach du sein darfst.
Du hast mich oft übersehen.
Mich nicht anerkannt.
Mich weggewischt.
Als wäre ich etwas, das du nicht verdienst.
Aber ich bin ein Teil von dir.
So echt wie dein Atem, so nah wie dein Herzschlag.
Ich bin deine Erinnerung.
Dein Schmerz.
Deine Hoffnung.
Ich bin das, was dich lebendig macht, auch wenn du manchmal nicht mehr weiter willst.
Ich bin das, was dich fühlen lässt, wenn du glaubst, nichts mehr zu spüren.
Ich bin dein Licht und dein Schatten, dein Riss und deine Heilung.
Du musst mich nicht immer zeigen.
Du musst mich nicht immer verstehen.
Aber du kannst mich nicht verleugnen.
Nicht für immer.
Und wenn du es wagst, mir Raum zu geben, mir zuzuhören, dann beginne ich zu heilen.
Dann beginne ich, dich zu heilen.

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