Man nannte mich Feigling

Man nannte mich Feigling,
weil ich schwieg,
meine Tränen
in die Kissen biss.

Man nannte mich Feigling,
weil ich nicht weglief,
nicht alles zerschlug,
nicht laut „Genug!“ brüllte.

Doch ich hielt aus
mit einem Körper,
der längst
nicht mehr wollte.

Ich trug das Gewicht
von allem Ungesagten.
Ich war da –
trotz allem.

Feigling, sagten sie.
Und ich blieb.
Nicht weil ich schwach war,
sondern weil ich
niemanden
allein lassen wollte.

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