Bleiben ist auch eine Bewegung

Sie sagen, du musst weiter.
Dich entwickeln.
Loslassen.
Dich aufrichten.
Dich neu erfinden.
Ich aber bin geblieben.
Nicht weil ich es wollte.
Nicht weil ich zu schwach war.
Sondern weil mein Körper nicht mehr sprang,
wenn die Welt zog.
Ich blieb.
Mit den Trümmern.
Mit den offenen Fragen.
Mit der Müdigkeit,
die nicht verging.
Ich blieb, wo andere gingen.
Weil ich nicht konnte,
und irgendwann nicht mehr wollte.
Und weißt du was?
Bleiben ist auch eine Bewegung.
Nur langsamer.
Nach innen.
In Schichten,
die andere nicht sehen.
Es kostet mehr Mut als Aufbruch,
mehr Kraft als Flucht.
Ich blieb bei mir,
als alles sagte: Lauf.
Als Erinnerungen laut wurden und der Schlaf zu einem Feind.
Ich blieb und atmete weiter,
nicht aus Hoffnung,
sondern aus Trotz.
Ich hielt stand,
auch wenn ich wankte.
Und vielleicht bin ich heute deshalb noch da.

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