Würde jemand meinen Fall bemerken?

Ich tanze auf dünnem Glas,
und niemand hört,
wie es längst unter mir reißt.
Ich lache mit Lippen aus Marmor,
verstecke das Zittern in makellosen Sätzen.
Ich falle seit Jahren,
aber so leise,
dass selbst der Wind sich nicht umdreht.
Ich bin die gut geölte Uhr,
deren Zeiger nie zögern –obwohl das Werk zerspringt.
Ich bin die Laterne,
die noch glimmt,
wenn längst niemand mehr den Weg sucht.
Man müsste genau hinsehen,
um das Kippen zu bemerken.
Man müsste bleiben,
wenn es unbequem wird.
Man müsste fragen,
wenn die Antwort wehtun könnte.
Doch wer tut das schon?
Wer hört auf das Schweigen,
das wie Nebel an der Zimmerdecke hängt?
Wer zählt die Schatten in einem Gesicht,
das gelernt hat,hell zu wirken?
Ich falle nicht wie ein Stein.
Ich falle wie Asche.
Langsam.
Unaufhaltsam.
Und immer nach innen.

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