Und sie träumen weiter

Es gibt Nächte,
in denen die Kinder
größere Flügel haben als wir je hatten.
Sie schlafen
mit offenen Händen,
als wollten sie alles empfangen,
was wir nie zu halten wagten.
Ihre Träume
gehen weiter als die Straßen,
die wir kennen.
Dorthin,
wo keine Türen klemmen
und keine Stimmen
die Luft schwer machen.
Sie malen
mit geschlossenen Augen
eine Welt,
in der niemand sagen muss:
„Ich habe Angst.“
In der jedes Lachen
einen Platz hat
und kein Herz
zu klein ist,
um gehört zu werden.
Und wir –
die zu lange
den Himmel für einen Deckel hielten –
sehen zu,
wie sie Sterne ernten
und in Taschen stecken,
als wären es Kieselsteine vom Heimweg.
Vielleicht ist Hoffnung
nichts, das man lehrt.
Vielleicht ist sie das,
was in den Augen der Kinder
immer schon wohnt
und uns
in den Schlaf hinein begleitet,
damit wir
wenigstens dort
wieder glauben können.

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