Kategorie: Lyrik
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gang

wir wanderndurch endlose räumedie sich selbst verschiebenunter unseren schrittendie wände flüsternnamen, die wir vergessendie luft drücktdie zeit läuft rückwärtswer wir sindfragt niemandund wir selbstfinden keine antwortgedanken hängenwie schatten an der deckeziehen uns,reißen unsund lassen uns fallenmanchmal blinkt ein lichtdurch ein fenster, das nicht existiertwir greifen danachund greifen ins nichtsund wir gehen weiterdurch die stilledurch das…
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reinigung

tränen laufenohne fragenwie regender nicht um erlaubnis bittetsie lösenwas fest geworden istbrechen ränderspülen staub aus dem herzendanachein stilles atmenein leichtes zitterndes frierenund etwas in unsist wieder ganz
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fetzen

ich weiß nicht mehr,wer angefangen hat –ich oder die stimme,die sagt,du bist nicht genug.tage ziehen,ich bleibe.irgendwo zwischenatem und aufgeben.zu laut,zu leer,zu sehr ich.alles,was ich anfasse,zerfällt.auch ich,manchmal.ich sage mir,es wird besser,aber die worteklingen hohl,wie gläser ohne wasser.nachts liege ich still,zähle das rauschen im ohr,nenne es leben.und hoffe,dass niemand fragt,wie es mir geht.
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fragen

wir stehenmitten im nichtssehen nur rissezwischen moment und morgenwer bin ichwenn alles fälltwenn namen verschwindenwenn zeit sich löstist das lebennur atmen und gehenoder etwas,das wir nicht greifen könnengedanken drehenkreise ohne bodenfragen schlagen wändehören nie aufund dochlaufen wir weiterfühlen,zweifeln,halten festwas wir kaum benennen könnenmanchmalein auge öffnet sichein licht,ein kurzer blickauf alles,was vielleicht trägtund wirwir atmen weiterund…
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unter strom

ich bin müde,aber der kopf läuft weiter.gedanken wie drähte,verwickelt,unter spannung.alles zu laut,selbst das schweigen.ich such den schalter,doch find nur mehr rauschen,mehr warum,mehr hätte.ich lächle,damit es keiner merkt,wie eng es wirdhinter der stirn.nachts spür ich das flimmern noch,unter der haut,zwischen den schlägen.es bleibt,aber ich auch.
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Verstand

Gedanken tanzenwie glitzernde Fädenin unendlichen SpinnwebenIch greife nach ihnendoch sie entgleitenmal scharf, mal mattmal laut, mal stummEr wägt, er prüft, er denktsetzt Grenzen, baut Mauernflüstert Warnung, schreit ZweifelUnd dochzwischen Zahlen, Regeln, Plänenliegt ein Raumin dem Stille atmetIntuition wächstich muss nicht denkenum zu wissenVerstand ist Werkzeugnicht Herrer leitet,aber hält nichtwas das Herz längst spürt
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ich bleib nicht liegen

ich kenn den boden,hab ihn oft genugmit tränen gewaschen.kalt war er,ehrlich,und still.da untenlernt man viel über sich,wer bleibt,wer zerbricht,wer wieder aufsteht.ich hab gewartet,bis das atmennicht mehr wehtat,bis das herzwieder leise schlug.und dann bin ich gegangen.langsam,unsicher,aber gegangen.ich schulde keinem mut,nur mirdieses weiter.ich bleib nicht liegen.nicht mehr.ich steh,auch wenn alles zittert,und ich geh,weil ich kann.
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Hamsterrad

Ein Kreis aus Stunden,glattgetreten,glänzend vor Gewohnheit.Du läufst,bis selbst dein Schattenkeinen Atem mehr hat.Draußen wächst die Welt,ungefragt,doch du hörst nurdas Surren der Wiederholung.Vielleicht,wenn du innehältst,merkt das Rad,dass es dich braucht,um sich zu drehen.
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Farben

Manchmal spricht Rot zuerst,wenn alles noch schmerzt.Nicht laut,nur warm –eine Erinnerung daran,dass Leben immer glüht.Blau antwortet leise,zieht Linien in den Himmel,in die Stille,wo Gedanken endlich atmen dürfen.Dann kommt Grün,tritt barfuß ins Herz,pflanzt Ruhe in die Ränder der Tage.Gelb tanzt,wie ein Lachen nach Regen,wie Mut,der wieder wachsen will.Schwarz legt sich sanft darüber,nicht als Ende,sondern als Schutz…
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Morpheus – Zwischen Traum und Erwachen

Er ist der Flüsternde, der über die Grenze der Sinne geht.Kein Gott des Schlafs, sondern der Formen,der Träume, der zarten Übergänge.In seinen Händen lösen sich Welten, in seinen Augen entstehen neue.Er bringt uns dorthin, wo Wirklichkeit den Atem anhält und Seele zu sprechen beginnt.I. Träumen:Er kommt im Atem, nicht im Schritt. Sanft wie Nebel, der…