Kategorie: Lyrik
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Unter Erde, über Licht

Hades:Ich rief nicht laut. Ich flüsterte nur –und sie hörte.Zwischen den Schatten blühte ein Atem,der meinen Namen kannte.Ich bot ihr keine Krone,nur einen Platz im Gleichgewicht der Welten.Persephone:Ich kam nicht verloren,ich kam bewusst.Wie ein Same,der Dunkel braucht,um Wurzeln zu bilden.Ich lernte seine Stille,trug sie wie Seide,und brachte Frühling mit in seine Ewigkeit.Beide:Er ist nicht nur…
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Tanz der Körper

Herz schlägt,Blut pocht,Lunge brennt,Adern zittern.Knochen knarren,Sehnen reißen,Muskeln gehorchen,Schweiß rinnt.Atem stockt,Puls rast,Hände krallen,Füße stolpern.Alles ist Bewegung,alles ist Druck,alles ist Tanz –ohne Musik, ohne Takt,nur Körper, nur Sog,nur Zerreißen.
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Muse

Sie tritt leise in deine Gedanken,tanzt auf den Wellen der ungeschriebenen Seiten,streut Funken auf Wörter, die noch keinen Klang haben.Kein Besitz, kein Zwang,nur Nähe, die trägt und frei lässt,ein Flüstern, das Sehnsucht weckt,und Funken in Flammen verwandelt.Gefunden in Stille, getragen im Licht –Muse, die stille, unendliche Begleiterin.
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Morpheus

Er kommt nicht durch Türen,sondern durch Atemzüge.Leicht wie Staub auf geschlossenen Lidern.Seine Hände weben Bilder,so zart,dass selbst das Herz glaubt,sie seien wahr.Er spricht in Sprachen,die man nur im Schlaf versteht –in Farben,in Erinnerungen,die nie geschahen und doch bleiben.Man nennt ihn Träumer,doch er ist Bote:Er bringt uns zu dem Ort,wo Wirklichkeit sich löstund Wahrheit beginnt.Und wenn…
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Schreiben, Balsam für die Seele

Worte fließen, leise,tragen das, was schwer ist.Jede Zeile ein Atemzug,jede Seite ein Zuhause.Stift auf Papier, Finger auf Tastatur,ein Herzschlag, der mich hält.Die Welt mag laut sein –doch in den Worten finde ich mich.
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Angst

Herz rast.Atem brennt.Gedanken stoßen, schreien, reißen.Panik kriecht unter meine Haut.Ich will weg, doch bleibe gefangen.Jeder Atemzug ein Sieg.
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Prometheus

Er formte uns aus Erde,mit Händen, die wussten, was Schmerz ist.Er sah das Feuer in den Sternenund stahl ein Stück davon –nicht aus Trotz,sondern aus Liebe.Denn er wusste,dass wir frieren würdenin einer Welt ohne Licht.Seitdem brennt es in uns,dieses leise, ewige Feuer –das uns schafft,uns zerstört,uns erinnert,wer wir sind.
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Emotionen

Du spürst das Kichern in der Brust, das Licht, das durch Ritzen fällt, die Freude, die kurz aufblitzt, dich durchströmt und wieder verschwindet. Dann sinkt alles, die Schatten legen sich schwer auf deine Schultern, jeder Atemzug zieht die Welt nach unten, die Trauer drückt dich in sich hinein. Feuer züngelt durch deine Venen, heiß und…
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Die Welt in halber Stille

Jeder Ton ist ein Flüstern, das gegen die Wände meiner Ohren prallt und zerbricht. Stimmen, Schritte, Türen, das Klirren eines Glases – alles kommt gedämpft, verzerrt, bruchstückhaft. Ich erkenne nicht immer, was gesagt wird. Worte zerfallen zu Schatten, zu Fragmenten, zu brennenden Splittern, die sich in meinem Kopf festsaugen.Manchmal spüre ich den Klang eher, als…
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Der Fuchs

Er wandert zwischen den Schatten,mit Augen, die mehr sehen als das Offensichtliche.Im Rascheln der Blätter, im Knacken der Äste liest er Geschichten, die andere überhören.Der Fuchs weiß:Geduld ist eine Waffe,Stille ein Schild.Er eilt nie,und doch ist er immer zuerst da.Er kennt die Fallen,doch tritt er selten hinein.Denn seine Weisheit besteht nicht darin,stärker zu sein als…