Kategorie: Lyrik
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Atem verpfändet

Ich bin deine Lunge.Nicht mehr rosa, nicht mehr weich.Ein dunkles Tier, zusammengekrümmt in deinem Brustkorb, schlagend, zitternd, doch niemals schlafend.Ich war einmal dein Freund, dein unsichtbarer Helfer, ich trug den Atem in dich hinein und hinaus, unermüdlich.Jetzt bin ich dein Gefängnis.Deine Kammer aus Ruß.Dein Schlund, der nach Rauch schreit.Ich wache auf, wenn du schläfst.Ich wache…
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Alpträume

Sie kriechen in meinen Schlaf,ziehen an meinen Gliedern,reißen mich aus Ruhe, aus Sicherheit.Ich wache auf in Dunkelheit,doch sie sind schon da,flüstern, lachen, zerren,drehen die Welt auf den Kopf.Jede Entscheidung wird zur Falle,jeder Schritt zum Sturz.Sie jagen mich durch Räume, die ich nicht kenne,öffnen Türen, die nirgendwo hinführen.Die Schatten greifen nach mir,berühren, drücken, schneiden –mein Herz…
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Die Welt in halber Stille

Jeder Ton ist ein Flüstern, das gegen die Wände meiner Ohren prallt und zerbricht. Stimmen, Schritte, Türen, das Klirren eines Glases – alles kommt gedämpft, verzerrt, bruchstückhaft. Ich erkenne nicht immer, was gesagt wird. Worte zerfallen zu Schatten, zu Fragmenten, zu brennenden Splittern, die sich in meinem Kopf festsaugen. Manchmal spüre ich den Klang eher,…
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Ahnungslos

Sie ging ihren Weg, leicht und unbedacht,ahnungslos, was hinter der nächsten Ecke lauert.Die Falle lag verborgen, unscheinbar,doch sie wartete, bereit zuzuschlagen.Ein Schritt, ein Moment –und plötzlich war alles anders.Die Welt schien sich zu verschieben,die Luft schwer, die Schatten dichter.Sie kämpfte, stolperte, tastete nach Halt,die Fesseln unsichtbar, doch spürbar.Jeder Atemzug ein Widerstand,jede Bewegung ein Versuch zu…
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Unaufhaltsam

Er sah sie,ein Blitz in der Stille,und wusste sofort:Nichts würde ihn halten.Sein Herz raste,ein Feuer loderte in ihm,Gedanken wirbelten,die Vernunft verlor ihr Gewicht.Er trat näher,vom Drang getrieben,als wäre alles andere vergessen, verschwunden, bedeutungslos.Und er konnte nicht widerstehen –nicht jetzt, nicht hier,nicht jemals.
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Unaufhaltsam, andere Version

Er sah sie –ein Funke, der alles entflammte.Sein Verstand wehrte sich,doch sein Trieb war stärker.Er konnte nicht widerstehen.
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Wehrlos

Sie stand da, ohne Schutz, und plötzlich schien die Welt den Atem anzuhalten. Alles, woran sie sich festgehalten hatte, zerfiel leise unter ihren Fingern. Jede Berührung, jeder Blick traf sie wie ein Sturm, der unaufhaltsam über sie hinwegrollte. Sie konnte nichts tun, sich nicht wehren, nur fühlen – die rohe, ungeschönte Wahrheit ihrer eigenen Verletzlichkeit.…
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Wehrlos, andere Version

Sie stand da,nichts hielt sie, nichts schützte sie. Jeder Blick, jede Berührung traf sie unbarmherzig. Wehrlos fühlte sie die rohe Wahrheit ihrer Verletzlichkeit – schmerzhaft, klar, unaufhaltsam.
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Vatertag

Du trägst nicht nur Lasten,du trägst auch Lachen.In deinen Händen ruht die Sicherheit kleiner Welten.Du bist der Fels,auf dem Vertrauen wächst,und zugleich der Wind,der Träume weiterträgt.Dein Blick sagt:„Ich bin da.“Deine Stimme lehrt,ohne laut zu werden.Vatersein ist kein Titel,den man einmal erhält –es ist ein tägliches Geschenk,das du uns gibst,unbemerkt, selbstverständlich,und doch so groß.Heute halten wir…
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Geduldsfaden

Dünn wie Glas,unsichtbar gespanntzwischen Herz und Atem.Jeder Tropfen Lärm,jedes Gewicht von Wortenzieht daran.Noch hält er –zitternd,bebend,ein letzter Halt.Doch wenn er reißt,fallen keine Funken,nur Stille,die alles verschluckt.