Kategorie: Lyrik
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Thronwechsel

Ein Name verblasst,ein anderer leuchtet neu.Der Großherzog tritt ab,sein Sohn nimmt Platzauf dem alten Stuhl der Geschichte.Die Krone glänzt,doch sie schneidet auch.Was wie Glorie wirkt,ist Last aus Pflicht.Für das Land ein Augenblick im Wandel,für den Träger ein Leben im Spiegel der Anderen.
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Wenn Worte fliegen

Sie spricht, und Worte steigen auf wie Vögel,leicht, leise, manchmal scharf wie Federn im Wind.Manche erreichen ihr Ziel, manche verfehlen,doch jedes hinterlässt Spuren, unsichtbar und tief. Ein falsches Wort kann Mauern bauen,ein sanftes Wort Brücken schlagen.Sie hält inne, lauscht der Stille zwischen den Sätzen,und erkennt: Worte fliegen –doch sie entscheiden, wohin.
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Am seidenen Faden

Sie hängt an einem seidenen Faden,dünn wie Morgentau, glänzend im Licht.Wind und Sturm lassen sie taumeln,doch sie hält sich, spürt den zarten Halt,zwischen Angst und Mut, Fallen und Fliegen. Blätter flüstern Geschichten von Stärke,Sonnenstrahlen brechen durch Wolken,zeigen Farben, die Hoffnung tragen. Jeder Schritt auf dem Fadenist ein Triumph, ein Zeichen von Leben.Zerbrechlichkeit bedeutet nicht Schwäche…
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Wenn der Faden reißt

Der Halt bricht,die Welt verstummt.Ein Atemzug,ein Funke Licht —und aus dem Riss wächst etwas Neues.
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Der Untergang, andere Version

Ein letzter Atemzug,und das Meer schließt sich,als wäre nichts gewesen.Nur Stille,die schwerer wiegt als jedes Denkmal.
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Er kaufte sich Zigaretten

Die Glut brennt in der Hand,Rauch steigt wie Gedanken auf.Niemand sieht, was er sucht,niemand hört, was er verliert.
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Dabei wollte sie nur weg

Jeder Schritt ein Atemzug.Jede Straße ein Stück Freiheit.Die Welt bleibt laut –doch sie geht.
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Die Nadel im Heuhaufen

Zwischen Stroh und Schatten liegt ein Funke.Nur wer sucht,findet das Unsichtbare.
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Teddybär

Er sitzt da,zerknittert vom Halten,stumm vom Zuhören.Fell trägtNacht um Nacht,Tränen, die keiner sah.Ein Auge wankt,doch er bleibt –ein Wächter im Kleinen,ein Zeuge der Kindheit,die zu früh schwieg.