Kategorie: Lyrik
-
Tauziehen

Zwei Stimmen wohnen unter deiner Haut.Die eine schreit:„Du kannst!Du bist mehr als Schatten.“Die andere flüstert:„Zu wenig.Zu spät.Zu klein.“Zwischen beiden spannt sich dein Körper,ein Seil im Wind,gezerrt von Gegensätzen.Manchmal reißt die Haut,manchmal reißt die Stimme,doch du hältst –nicht aus Stärke,sondern weil es dein Seil ist,dein Spiel,dein Ringen.Und vielleicht liegt Selbstbewusstsein nicht im Sieg,sondern im Mut,das Seil…
-
Kontrolle

Es beginnt leise,kaum spürbar –ein Zittern unter der Haut,ein Gedanke,der nicht gehorcht.Dann wird es lauter.Atem stolpert,Herz rennt davon,während Hände klammern,als könnten sie das Chaos bändigen.Körper ruft nach Ruhe,Geist treibt weiter.Geist schreit nach Ordnung,doch der Körper bricht Regeln.So tanzen sie gegeneinander,ohne Musik,nur Takt aus Zwang.Manchmal scheint ein Sieg nah,ein Moment von Klarheit,ein fester Griff am Zügel.Doch…
-
Leben

Träume hängen wie verlassene Kleider in einem Schrank ohne Türen.Zeit rinnt vorbei,doch deine Hände greifen ins Leere.Versprechen,die nie eingelöst wurden,füllen die Nächte mit Schatten.Ein Herz schlägt,doch nicht für dich –es schlägt im Takt fremder Befehle.Das Gestohlene kann keiner zurückgeben.Doch in den Rissen wächst leise ein Funken,der nach Freiheit ruft.
-
Ode an das Leben

Leben,du kommst ohne Vorwarnung.Manchmal als Schmerz,manchmal als Wunder,meistens als beides zugleich.Du zwingst uns zu Schritten,selbst wenn wir nicht wollen.Du lässt uns fallen und stehst daneben,wenn wir aufstehen.Leben,du bist nicht gerecht,nicht berechenbar,nicht sanft.Und doch bist du da.In jedem Atemzug,in jedem Blick,in jeder Spur,die bleibt.Du bist das Flackern,das uns hält,wenn die Nacht zu lang wird.Leben,du bist weder…
-
Grenztag

Keine Kerzen,nur Stille.Sie ging.Wir blieben.Teenager zerbricht,Frau entsteht.Mutter ersetzt,Kindheit verloren.
-
Donnerstag

Ein Rest von Kraft,ein Hauch von Warten.Donnerstag klingt nach bald,doch zieht er sich wie Kaugummi über die Stunden.
-
42

Heute werde ich 42.Nicht jede Spur war leicht,aber jede hat mich hierher gebracht.42 Jahre –gezeichnet von Brüchen,getragen von Kraft.Aus Stolpern wuchs Klarheit,aus Staub entstand Mut.Und das Herz schlägt weiter,bereit für Funken,bereit für Neues.
-
Freitag

Die Uhren hetzen,die Hände eilen.Hoffnung liegt wie ein Schlüssel im Abend.Noch ein Schritt –und der Käfig öffnet sich.
-
Phlebitis

Schon wieder Adern,die Feuer spielen.Zyklus treibt Blut in kleine Rebellion.Fußknöchel pocht,wie Trommel im Takt –nicht Musik,nur Mahnung.Ich lache trotzdem,Thromboseprofi,tanze mit dem Schmerz,bis er müde wird.