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  • September 10, 2025

    Unbeantwortet

    Unbeantwortet

    Wer bin ich,wenn Namen fallen?Warum etwas,statt Nichts?Was bleibt,wenn Atem endet?Woher Hoffnung,im Dunkeln?

  • September 10, 2025

    Angst vor dem Danach

    Angst vor dem Danach

    Tür fällt zu.Stille bleibt. Atem stocktim eigenen Kreis. Danach –kein Bild,nur Schatten. Frage ohne Antwort.Boden ohne Halt. Angst wächstim offenen Schwarz.

  • September 9, 2025

    Jeder sich selbst

    Jeder sich selbst

    Man sagt,jeder sei sich selbst am nächsten.Doch Nähe ist kein Besitz,kein eingezäunter Garten,kein abgeschlossenes Zimmer.Ich habe gesehen,wie ein Blickeine Tür öffnen kann,wie eine ausgestreckte Handdie Dunkelheit teilt.Wenn alle nurihr eigenes Licht behüten,verlöschen wir schneller.Doch wenn einer teilt –ein Wort,ein Stück Atem,ein Rest Hoffnung –dann wächst etwas,das größer ist als ich,größer als du.Vielleicht ist es wahr:Wir…

  • September 9, 2025

    Ich zweifle, also lebe ich

    Ich zweifle, also lebe ich

    Nicht das Denkenhält mich fest,sondern das Fragen,das Wanken,das ständige Vielleicht.Ich trage das Ungewissewie eine zweite Haut,und jeder Schrittist auch ein Stolpern.Sicherheitensind mir fremd,aber das Herz schlägttrotzdem weiter.Ich atmezwischen Antworten,die nie bleiben.Und in diesem Atem,der sich weigert zu verstummen,liegt der Beweis:Ich bin.

  • September 9, 2025

    Leben – in guten wie in schlechten Tagen

    Leben – in guten wie in schlechten Tagen

    Es wechselt die Farben,ohne uns zu fragen.Manchmal hell,manchmal dunkel.Manchmal leicht,manchmal kaum zu tragen.Und doch –immer weiter.Das ist Leben.

  • August 23, 2025

    Weckdienst

    Weckdienst

    Er schlägt mich wach.Nicht mit Worten,sondern mit Pfoten.Ein Schlag ins Gesicht,als Erinnerung:„Du atmest. Also steh auf.“ Es ist fünf Uhr.Die Nacht hängt noch schwer.Doch er kennt keine Uhr,nur den Hunger,nur die Nähe,nur mich. Und vielleicht,wenn ich ehrlich bin,ist das sein Trotz gegen das Dunkel:zu sagen, dass Leben nicht wartet. Selbst wenn es wie eine Backpfeife…

  • August 22, 2025

    Toleranz – warum sie nicht selbstverständlich ist

    Toleranz – warum sie nicht selbstverständlich ist

    Manchmal tun wir so,als sei Toleranz ein Naturgesetz.Als würde sie wie Luft um uns kreisen,unerschöpflich, unsichtbar,immer da.Doch Toleranz wächst nicht wie Gras,das zwischen Rissen im Asphalt seinen Weg findet.Sie ist kein Automatismus,keine Garantie,kein eingebautes Organ.Wir werden nicht geboren,mit dem Wissen,wie man einander aushält.Wir kommen nicht zur Welt,mit offenen Armen,die jedes Fremde sofort umfassen.Wir werden geboren…

  • August 22, 2025

    Hoffnung, fast wie ein Gebet

    Hoffnung, fast wie ein Gebet

    Bleib,leises Licht,wenn alles andere verlischt.Halte dich fest im kleinsten Atemzug,in der Falte der Nacht,wo keine Antwort kommt.Sprich zu mir,ohne Worte,nur durch das Gefühl,dass ich nicht falle.Erinnere mich daran,dass Schritte möglich sind,selbst wenn der Boden zittert.Sei nicht das Versprechen,dass alles gut wird –sei nur die Hand,die mich noch einmal aufstehen lässt.Und wenn ich nicht mehr glauben…

  • August 22, 2025

    Gruppenzwang

    Gruppenzwang

    Sie sagten: Mach mit.Sonst bist du allein.Und niemand erzählte,dass allein manchmal ehrlicher atmet als die Masse.Ihre Lachen waren wie auswendig gelernt,die Worte wie Münzen,falsch geprägt,aber glänzend genug,um zu blenden.Ich stand da,mit meinem Körper,der nicht gehorchen wollte,mit meiner Stimme,die zu schwer war,um sich in ihren Chor zu mischen.Sie tauschten Masken wie andere die Jahreszeiten,und wer nicht…

  • August 22, 2025

    Hoffnung

    Hoffnung

    Manchmal denke ich,Hoffnung sei ein großes Wort.Zu groß für mich,zu schwer für meine Hände.Aber dann finde ich sie in den kleinsten Dingen.Im Atem,den ich trotz allem noch ziehe.Im Blick,der nicht nur ins Gestern fällt,sondern ins Vielleicht.Hoffnung ist nicht sicher.Sie verspricht mir nichts.Sie sagt nicht:„Es wird gut.“Sie sagt nur:„Es könnte besser werden.“Und das genügt,um weiterzugehen.Ich habe…

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Wortasche

Lyrik, Monologe, Splittergespräche und ein Tanz mit dem Teufel

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Ein Gedicht soll entweder vortrefflich sein oder gar nicht existieren.
Johann Wolfgang von Goethe

Mira Rauk ist eine deutschsprachige Lyrikerin und Prosaautorin. Ihre Arbeiten kreisen um existenzielle Erfahrungen, innere Brüche und die Sprache des Überlebens. Kennzeichnend ist ihre klare, ungeschönte Form, die Verletzlichkeit sichtbar macht.

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Copyright: Mira Rauk/ Jessica Mersch

„Alle glücklichen Familien ähneln einander; jede unglückliche Familie aber ist auf ihre eigene Art unglücklich.“ Leo Tolstoi

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