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  • Juli 22, 2025

    Eine Kindheit, die es nicht gab (Ein Bericht aus der Lücke)

    Eine Kindheit, die es nicht gab (Ein Bericht aus der Lücke)

    Manchmal frage ich mich,ob ich sie erfunden habe –diese Kindheit,die andere hatten.Ob ich sie aus Serien gelernt habe,aus Gesprächen,aus Pausenhof-Fetzen,aus Dingen,die für andere selbstverständlich klangen:„Meine Mama holt mich ab.“„Wir machen Spieleabend.“„Papa hat mir was vorgelesen.“Ich habe genickt.Gelächelt.Mitgespielt.Gelogen.Meine Kindheit war kein Ort.Sie war ein Zustand.Ein Zustand des Aufpassens.Der Unsichtbarkeit.Der vorsichtigen Schritte.Der leisen Türen.Der inneren Listen:Was ich…

  • Juli 22, 2025

    Gedicht: Feuer und Asche (Zerstörung und Neubeginn)

    Gedicht: Feuer und Asche (Zerstörung und Neubeginn)

    Feuer reißt, brennt alles nieder, verschlingt Träume,lässt nichts heil.Flammen züngeln,beißen, zerfetzen,schreien in der Nacht, bis nur noch Asche bleibt.Asche fällt, wie grauer Schnee, bedeckt meine Narben, versteckt mein Herz.Doch tief in der Asche, glimmt ein Funken, unaufhaltsam, unverzeihlich, bereit, aus der Dunkelheitzu brechen.Aus Schmerz wird Kraft, aus Verlust entsteht Leben.Aus der Asche erwächst das Licht…

  • Juli 22, 2025

    Die unsichtbaren Fesseln (Über Kontrollmechanismen, die dich binden und befreien zugleich)

    Die unsichtbaren Fesseln (Über Kontrollmechanismen, die dich binden und befreien zugleich)

    Sie sind da, auch wenn du sie nicht siehst.Die unsichtbaren Fesseln.An deinen Gedanken,deinen Gefühlen,deinem Handeln.Sie sagen dir, was du darfst.Was du nicht darfst.Sie setzen Grenzen,die niemand überschreiten soll.Manchmal fühlen sie sich wie Schutz.Wie eine Rüstung, die dich bewahrt.Manchmal sind sie die Ketten,die dich lähmen.Du kämpfst gegen sie an,versuchst, dich zu befreien,doch sie sind Teil von…

  • Juli 22, 2025

    Ich und die Verstorbenen

    Ich und die Verstorbenen

    Ich:Ich weiß nicht, ob ihr wirklich noch da seidoder nur als Schatten in meinen Gedanken.Manchmal spreche ich in ein Zimmer,das leer ist.Und manchmal antwortet ihr.Verstorbene:Wir sind nicht dort, wo man Blumen hinlegt.Nicht in den Rahmen an der Wand.Wir sind in dem Moment,bevor du einschläfst.In der Pause zwischen zwei Gedanken.Im Zittern deiner Stimme,wenn du uns erwähnst.Ich:Ich…

  • Juli 22, 2025

    Naivität

    Naivität

    Ich dachte, wer lacht, meint es gut.Ich dachte, wer mich anschaut, sieht mich.Ich dachte, wer „Ich liebe dich“ sagt, lügt nicht.Ich war ein Kind im Körper einer,die alles verstanden haben sollte.Ich habe zugelassen.Ich habe geglaubt.Ich habe nicht gesehen,was zwischen den Zeilen stand.Weil ich lieber blind war,als misstrauisch.Naivität ist keine Tugend.Es ist ein offenes Fenster, durch…

  • Juli 14, 2025

    Angst vor dem Verlassenwerden

    Angst vor dem Verlassenwerden

    Da ist diese Stimme in mir, die unaufhörlich flüstert: „Du wirst allein sein.“ Ein kalter Schatten,der sich in mein Herz schleicht, wenn Nähe wächst und ich mich öffne,wenn ich mich traue, zu vertrauen. Die Angst vor dem Verlassenwerden ist ein ständiger Begleiter, der mich lähmt, der mich warnt, nicht zu viel zu geben, nicht zu…

  • Juli 13, 2025

    Wenn die Seele schreit

    Wenn die Seele schreit

    Es ist kein Schrei, den man hört. Es ist ein inneres Bersten. Ein Laut, der sich nicht formt. Ein Echo, das sich verhakt – zwischen Herz und Hals.Meine Seele schreit. Nicht aus Trotz. Nicht aus Laune. Sondern weil sie zu lange still war. Weil sie zu viel geschluckt hat. Weil sie nicht mehr kann. Ich…

  • Juli 13, 2025

    Was man mir nicht ansieht

    Was man mir nicht ansieht

    An meinem dreizehnten Geburtstag ging meine Mutter. Sie verließ uns, ohne Gepäck, ohne Erklärung. Mein Vater nahm ihren Ehering und steckte ihn mir über den Finger. Von da an war ich nicht mehr Tochter. Ich war Ersatz. Für sie. Für alles, was ihm fehlte. Ich kümmerte mich um meine kleine Schwester. Seine Prinzessin. Er trank.…

  • Juli 13, 2025

    Meine Reise an die Schwelle des Todes

    Meine Reise an die Schwelle des Todes

    Ich erinnere mich nicht an das erste Zittern. Nur an das plötzliche Wissen: Etwas reißt auf. In mir. Unsichtbar. Unerbittlich. Kein Schmerz. Kein Schrei. Nur diese Stille, die alles übertönte. Als hätte mein Körper beschlossen, nicht mehr mitzuspielen.Mein Herz schlug noch. Aber es war leer. Ein mechanisches Pochen ohne Absicht. Ohne Ziel. Ich glitt. Langsam,…

  • Juli 12, 2025

    Monolog der Spielsachen (Wir lagen still, während alles zerbrach – und trugen deine Last)

    Monolog der Spielsachen (Wir lagen still, während alles zerbrach – und trugen deine Last)

    Wir waren deine Welt. Dein Trost. Dein Versteck. Deine stummen Begleiter, die nie gefragt wurden, ob sie bleiben wollten. Wir sahen, wie dein Lachen verblasste, wie deine Augen leer wurden, wie du in dir zusammenfielst, Schicht für Schicht, bis nichts mehr übrig war, was uns halten konnte.Wir hörten deine leisen Tränen, deine erstickten Schreie, deine…

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Wortasche

Lyrik, Monologe, Splittergespräche und ein Tanz mit dem Teufel

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Ein Gedicht soll entweder vortrefflich sein oder gar nicht existieren.
Johann Wolfgang von Goethe

Mira Rauk ist eine deutschsprachige Lyrikerin und Prosaautorin. Ihre Arbeiten kreisen um existenzielle Erfahrungen, innere Brüche und die Sprache des Überlebens. Kennzeichnend ist ihre klare, ungeschönte Form, die Verletzlichkeit sichtbar macht.

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„Alle glücklichen Familien ähneln einander; jede unglückliche Familie aber ist auf ihre eigene Art unglücklich.“ Leo Tolstoi

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