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ich bleib nicht liegen

ich kenn den boden,hab ihn oft genugmit tränen gewaschen.kalt war er,ehrlich,und still.da untenlernt man viel über sich,wer bleibt,wer zerbricht,wer wieder aufsteht.ich hab gewartet,bis das atmennicht mehr wehtat,bis das herzwieder leise schlug.und dann bin ich gegangen.langsam,unsicher,aber gegangen.ich schulde keinem mut,nur mirdieses weiter.ich bleib nicht liegen.nicht mehr.ich steh,auch wenn alles zittert,und ich geh,weil ich kann.
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Farben

Manchmal spricht Rot zuerst,wenn alles noch schmerzt.Nicht laut,nur warm –eine Erinnerung daran,dass Leben immer glüht.Blau antwortet leise,zieht Linien in den Himmel,in die Stille,wo Gedanken endlich atmen dürfen.Dann kommt Grün,tritt barfuß ins Herz,pflanzt Ruhe in die Ränder der Tage.Gelb tanzt,wie ein Lachen nach Regen,wie Mut,der wieder wachsen will.Schwarz legt sich sanft darüber,nicht als Ende,sondern als Schutz…
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Morpheus – Zwischen Traum und Erwachen

Er ist der Flüsternde, der über die Grenze der Sinne geht.Kein Gott des Schlafs, sondern der Formen,der Träume, der zarten Übergänge.In seinen Händen lösen sich Welten, in seinen Augen entstehen neue.Er bringt uns dorthin, wo Wirklichkeit den Atem anhält und Seele zu sprechen beginnt.I. Träumen:Er kommt im Atem, nicht im Schritt. Sanft wie Nebel, der…
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Unter Erde, über Licht

Hades:Ich rief nicht laut. Ich flüsterte nur –und sie hörte.Zwischen den Schatten blühte ein Atem,der meinen Namen kannte.Ich bot ihr keine Krone,nur einen Platz im Gleichgewicht der Welten.Persephone:Ich kam nicht verloren,ich kam bewusst.Wie ein Same,der Dunkel braucht,um Wurzeln zu bilden.Ich lernte seine Stille,trug sie wie Seide,und brachte Frühling mit in seine Ewigkeit.Beide:Er ist nicht nur…
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Muse

Sie tritt leise in deine Gedanken,tanzt auf den Wellen der ungeschriebenen Seiten,streut Funken auf Wörter, die noch keinen Klang haben.Kein Besitz, kein Zwang,nur Nähe, die trägt und frei lässt,ein Flüstern, das Sehnsucht weckt,und Funken in Flammen verwandelt.Gefunden in Stille, getragen im Licht –Muse, die stille, unendliche Begleiterin.
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Morpheus

Er kommt nicht durch Türen,sondern durch Atemzüge.Leicht wie Staub auf geschlossenen Lidern.Seine Hände weben Bilder,so zart,dass selbst das Herz glaubt,sie seien wahr.Er spricht in Sprachen,die man nur im Schlaf versteht –in Farben,in Erinnerungen,die nie geschahen und doch bleiben.Man nennt ihn Träumer,doch er ist Bote:Er bringt uns zu dem Ort,wo Wirklichkeit sich löstund Wahrheit beginnt.Und wenn…